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Layher – Allround im Wirtschaftsbau

Das Geschäft mit dem Müll boomt. Waren Müllberge früher noch ein Angstthema, hat sich die Abfallwirtschaft seit Beginn der 90er Jahre erheblich gewandelt. Heute ist sie ein gut funktionierendes Gesamtsystem und leistet mit Maßnahmen wie einer effizienteren energetischen Abfall-Nutzung ihren Beitrag zum Klimaschutz. Dazu zählt die thermische Abfallbehandlung. Die Verbrennung von Abfall mit Nutzung der dabei frei werdenden Energie gehört zu den Bausteinen einer modernen und nachhaltigen Abfallwirtschaft. Im Einsatz ist diese hoch entwickelte Technologie auch in Luxemburg. Dort verwertet der Zweckverband SIDOR seit 1975 mit der einzigen Müllverbrennungsanlage des Landes – der MVA Leudelange – etwa 70 Prozent der Abfälle.

In Leudelange erstellt E.ON Energy from Waste (EEW) für rund 80 Millionen Euro eine maßgeschneiderte Anlage zur Energieerzeugung aus Abfallverbrennung mit einer modernen Verbrennungs- und Abgasreinigungstechnik. Das von SIDOR in Auftrag gegebene Neubauprojekt verfügt über eine Kessellinie mit bewährter Rostfeuerungstechnik und soll nach Inbetriebnahme die drei inzwischen veralteten Verbrennungslinien der bestehenden Anlage ersetzen. Beim Bau eines auskragenden Obergeschosses mit Wandhöhen von 16 Metern war für die Wandscheiben und Betondecken eine hoch tragfähige Stützkonstruktion notwendig, mit einer Lastaufnahme von 30 Tonnen. Eine neue Herausforderung für die Firma Spanier & Wiedemann Sàrl aus Wasserbillig.

Für Aufgaben dieser Art hat Layher auf Basis des AllroundGerüsts eine Schwerlaststütze entwickelt, die extremen Belastungen standhält. Vier Allround-Stiele werden mittels Doppelkeilkopfkupplung gebündelt und zu einer hochbelastbaren Stütze kombiniert. Alleine trägt das Bauteil bis zu 21,6 Tonnen, ein Turm aus vier Schwerlaststützen sogar bis zu 69,4 Tonnen. Eine effiziente Lösung, denn durch den Einsatz von Serienmaterial ist das System nicht nur sehr variabel, sondern auch wirtschaftlich. Für die L-förmigen Wandscheiben mit unterschiedlichen Wandstärken wurden hier Schwerlasttürme in Reihe gebaut: Für die 40 Zentimeter dicke Wandwandscheibe im Raster 1,09 x 1,09 Meter, für die Wandscheibe mit einer Stärke von 50 Zentimetern im kleineren Raster 0,73 x 1,09 Meter. Aufgrund der hohen Lasten erhielten die circa 20 Meter hohen Stütztürme ein eigenes Fundament. Anschließend erweiterten die Gerüstbauer zur Abstützung der Decke die Konstruktion mit Hilfe weiterer Allround-Serienelemente zu einer angekoppelten Raumstruktur.

„Wir setzen generell das AllroundGerüst ein, das uns eine hohe Flexibilität ermöglicht. Das Traggerüst in Leudelange war für uns das größte Projekt dieser Art überhaupt. Mit der Schwerlaststütze konnten wir die hohen Lasten spielend abfangen und waren durch den Einsatz von Allround-Serienmaterial äußerst effizient“, erklärt Gerüstbaumeisterin Jeanette Spanier. Spannend war das Projekt zudem im Hinblick auf Zeit und Logistik: Der Bauzeitenplan sah nur ein enges Zeitfenster für die Montage des 5.200 Kubikmeter großen Traggerüsts vor – außerdem waren vor Ort keine Lagermöglichkeiten für das Gerüstmaterial. Just in time rollten die Layher-LKWs mit Neumaterial von Eibensbach nach Leudelange, wo bei Schnee und Eis acht Mitarbeiter von Spanier & Wiedemann in Tag- und Nachtschichten arbeiteten, um den Gerüstbau innerhalb von sechs Tagen termingerecht fertigzustellen.

Rund zwei Monate stand das Traggerüst für den Neubau. Die Müllverbrennungsanlage selbst soll bis Ende 2010 fertig gestellt sein und nach Abschluss eines Probelaufes endgültig in Betrieb genommen werden. Dann ermöglicht sie nach Angaben von EEW die thermische Verwertung von mehr als 150.000 Tonnen Abfall pro Jahr, wobei die freiwerdende Wärme in einer Kraft-Wärme-Koppelung in Strom verwandelt wird. 100.000 MWh Strom pro Jahr und bis zu 18 MW Fernwärme können so erzeugt werden. Umweltschonend, da die geplante Anlage abwasserfrei arbeite und die gesetzlichen Emissionsauflagen, zum Beispiel dank einer mehrstufigen Rauchgasreinigung, erheblich unterschreite. So ist die Entsorgungssicherheit für Restmüll aus den südlichen und zentralen 36 Gemeinden des Großherzogtums auf lange Sicht – umweltfreundlich – gewährleistet.


Für Anfragen der Fachpresse ist zuständig:

Frau Andrea Beisswenger
E-Mail Andrea.Beisswenger@layher.com
Telefon 0 71 35 / 70-0
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